Mittwoch, 28. Dezember 2016

Bis ans Ende der Geschichte, Jodi Picoult (Rezensionsexemplar)



Vorsicht, Spoiler!

Autorin: Jodi Picoult

Erscheinungsdatum: 22. August 2016

Verlag: Penguin 

Umfang: 576 Seiten

Preis: 10,00€

ISBN: 9783328100515
 

Inhalt:

Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Meine Meinung:

Das Buch ist einfach unglaublich. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen. Es ist spannend, interessant, traurig und regt sehr stark zum Nachdenken an. Ich kann meine Gedanken kaum in Worte fassen, aber ich versuche es mal.

Der Schreibstil von Jodi Picoult ist toll. Die Seiten fliegen nur so dahin, und selbst wenn man sich mit einem Thema nicht auskennt, kann man alles verstehen, da die Autorin Unklares ausführlich erklärt. Sie hat es geschafft, das Buch so zu schreiben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. 

Das Cover gefällt mir allerdings nicht so gut. Es ist zwar schön, aber ich verstehe nicht genau, was es in Bezug auf die Geschichte ausdrücken soll. Der Titel ist wiederum gut gewählt, auch wenn ich ihn erst relativ spät verstanden habe. 

Die Handlung dreht sich nicht nur wie erwartet um Sage, sondern auch um Josef, Sages Großmutter und Leo. Das macht es noch interessanter. Man sieht die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen, sodass man nachvollziehen kann, was die Personen fühlen und warum sie bestimmte Dinge tun. Das Buch spielt nicht nur in der Gegenwart, sondern auch viel in der Vergangenheit.

In der Geschichte geht es nicht um Daten und Orte und Kriege. Es geht um die Menschen, die die Räume dazwischen füllen. – Sage, S.447

Ich habe beim Lesen viel dazugelernt, was den Nationalsozialismus betrifft, welcher im Buch eine sehr große Rolle spielt. Das Thema wird sowohl aus der Sicht der Nationalsozialisten, als auch aus der Sicht der Juden behandelt, wodurch man ein größeres Bild von den Geschehnissen im Buch bekommt.

Parallel zur Haupthandlung wird noch eine Geschichte erzählt, die von Sages Großmutter geschrieben worden ist. Das hat mir auch gut gefallen, da diese ein Kontrast zum Rest des Buches ist, aber dennoch viele Gemeinsamkeiten mit der Haupthandlung aufweist.

Ein Zitat möchte ich noch erwähnen, das mich sehr zum Nachdenken gebracht hat:

„Vielleicht wird das die Generation sein, die die Welt rettet“, werfe ich ein. „Glaubt nicht jede Generation, dass sie das ist?“ – Sage & Leo, S.451

Fazit:

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Es ist wirklich gut geschrieben, hat starke Protagonisten und ist außerdem spannend und, wie auch hinten unter dem Klapptext steht, „schmerzhaft realistisch“. Ich gebe fünf von fünf Sternen.

 

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Randomhouse und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!