Sonntag, 19. Februar 2017

In unendlicher Ferne, Emylia Hall (RE)

Autorin: Emylia Hall

Erscheinungsdatum: 13. Februar 2017

Verlag: btb
 
Umfang: 480 Seiten

Preis: 9,99€
 
ISBN: 9783442714667

Inhalt:

In dem abgelegenen, wildromantischen Küstennest Merrin in Cornwall genießt Robyn Swinton die letzten Sommertage und stürzt sich mit ihrem Surfbrett in die Fluten. Doch es geschieht ein Unglück. In allerletzter Sekunde wird sie gerettet. Dieser Moment verändert ihr Leben für immer, und nicht nur ihres, auch das von Jago Winters, der sie gerade noch aus den Wellen ziehen konnte. In den folgenden sieben Jahren führen Robyns und Jagos Wege sie in unterschiedliche Richtungen, in pulsierende Großstädte und verträumte Küstenorte, kreuzen sich aber dennoch immer wieder. Wird das Band, das beide seit dem Tag am Meer verbindet, stark genug sein, um sie zusammenzuführen? Oder hat das Leben sie bereits zu weit voneinander entfernt?

Meine Meinung:

In unendlicher Ferne ist ein wirklich sehr schönes Buch, bei dem mir das Lesen viel Spaß gemacht hat. Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte lässt sich schnell lesen. Das Buch erzählt zum amfangs abwechselnd über Robyn und Jago, doch mit der Zeit wird eigentlich nur noch Robyns Leben geschildert. Was mir auch sehr gut gefällt, ist das Cover. Es zeigt Klippen und die Küste von Cornwall, dazu das Meer und einen Leuchtturm. Ich glaube, ich habe mich allein deswegen schon vor dem Lesen in das Buch verliebt.
Bei manchen Menschen war das so. Sie machten einen Teil dessen aus, was man war, gleichgültig, ob sie jahrelang fort oder auf der anderen Erdseite waren, früher oder später kamen sie zurück, weil sie nirgendwo mehr hingehen konnten ... . -Robyn, S.397
Auch wenn die Wege der beiden Protagonisten sieben Jahre lang nur teilweise aufeinandertreffen, ist es nicht langweilig, ihre Geschichte zu lesen. Eine Botschaft macht das Buch besonders deutlich: Das Leben läuft nicht immer so, wie man es gern hätte, egal ob es die eigene Schuld ist oder ob man gar nichts dafür kann. Manchmal entstehen durch Begegnungen mit anderen Menschen neue Möglichkeiten, an die man vorher nie gedacht hat oder die bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht möglich waren. Und das finde ich an dem Buch so toll. Dass den beiden Figuren so viel neues bevorsteht, nur, weil sie sich begegnet sind.
"Es erfordert viel Kraft, jemanden zu lieben, wenn die Liebe nicht erwidert wird. Aber ich glaube, dass das Wissen, wann man diesen Menschen gehen lassen muss, noch mehr Kraft erfordert." -Jago, S.463
Die Landschaftsbeschreibungen sind auch sehr schön. Die Autorin schafft es, ein wirklich lebendiges Bild zu erschaffen, vor allem in Bezug auf das Meer. Beim Lesen habe ich jedes Mal Sehnsucht danach bekommen, nach Cornwall zu fahren. Die Beschreibungen von den Bildern, die Robyn malt, sind auch ausführlich und lassen in einem den Wunsch aufkommen, sie einmal betrachten zu können.
Aber das ist das Schöne am Malen, hatte Peter Brendt gesagt. Man ist niemals fertig, das kann man nur beschließen. Doch immer wartet schon das nächste Bild, und das wird dann das beste sein. -Robyn/Peter Brendt, S.470

Fazit:

Emylia Hall hat eine unglaublich schöne Geschichte geschrieben, die ich sehr gerne weiterempfehle. Anders als andere Bücher, die über die Lebensgeschichte zweier Figuren über einen so langen Zeitraum erzählen, zieht sich dieses Buch kein bisschen. Ich habe das Lesen sehr genossen und gebe vier von fünf Sternen.
 
Vielen Dank an das Bloggerportal/ den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!